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Haus21 - Wohnhaus in Piding

Am südlichen Ortsrand der Gemeinde Piding in Oberbayern steht dieses Einfamilienhaus in Holzbauweise. Es wurde im Jahr 2001 geplant, errichtet und bezogen.

Die Architektur und auch die Bauweise tragen der Ortsrandlage sowie den Vorgaben der ländlichen Gemeinde Piding Rechnung. Das Wohnhaus fügt sich in das bestehende Baugebiet ein und bildet durch seine Bauhöhe und -gestaltung einen Übergang zu freien Natur. Die unbehandelte Lärchenholzfassade und das Beschattungsystem "Bepflanzung" unter­stützen dieses Erscheinungsbild.

Das Wohnhaus, ein Niedrigenergiehaus hat eine Wohnfläche von 250m² plus 120m² Nutzfläche im Keller, der in massiver Bauweise (wasserdichter Beton wegen zeitweisem Grund- und Hangzugwasser) ausgeführt wurde.

Die Auswahl der Bauweise, der Baustoffe und der Haustechnik erfolgte unter streng nachhaltigen Gesichtspunkten. Auch bei der Vergabe der Arbeiten wurde versucht möglichst Handwerker aus der Region zu beteiligen.

Viele Details wurden im Hinblick auf die "Nutzungsphase" des Gebäudes durchleuchtet. Vermeintliche Mehrkosten für die "alternativen" Baustoffe (z.B. Dämmstoffe) wurden durch Kosteneinsparung an anderer Stelle (z.B. keine ortsüblichen, aber oft ungenutzten Balkone) kompensiert.

Das Ergebnis ist die konsequente Ausnutzung der Vorteile von Holz und Holzwerkstoffen hinsichtlich der regionalen Verfügbarkeit, energiesparender und nachhaltiger Bauweise, kurzer Bauzeit und der Gewissheit den eigenen Nachkommen kein Entsorgungsproblem zu hinterlassen. Nachfolgend einige wichtige Fakten und Kennwerte:

 

Holzbau
Die gewählte massive Holzbauweise mit Kreuzlagenholz (LenoTec (Merk)) hat durch die klare Trennung der "funktionalen Schichten" im Wand- und Deckenaufbau überzeugt. Die Bauweise lässt einen hohen Anteil an Eigenleistung zu. Die konstruktiv bedingten Randeffekte und Anschlußdetails und damit möglich Fehler können deutlich verringert werden.

Holzschutz
Auf jede Art von chemischem Holzschutz konnte verzichtet werden. Es wurde von Planung an sehr viel Wert auf kontruktiven Holzschutz gelegt, dort wo Gefährdungsklassen höhere Resistenzklassen erforderlich machten, wurde mit natürlich dauerhafteren Holzarten (heimischer Lärche (sämtliche Lattungen, Windbretter etc.) und Edelkastanie (Terassenbereich)) gearbeitet.

Holzarten
Konstruktiv wurden eingesetzt Fichte und Lärche, wobei, um die Transportentfernungen möglichst gering zu halten, ausschließlich heimische Qualitäten ausgeschrieben und verwendet wurden. Nordische Fichte oder sibirische Lärche wurde ausgeschlossen. Als Holzwerkstoffe wurden OSB-Platten (FSC-zertifiziert in Kiefer), Hartfaserplatten (Trägerplatten der Fussbodenheizung statt Styropor) und Holzfaserdämmplatten (Steico) verwendet. Tanne und Lärche wurden für die Fenster sowie die Fussböden, Esche für die Treppe, Birke in der Küche sowie Edelkastanie, Eiche und Robinie im Aussenbereich eingesetzt. 

Haustechnik
Heizung und Warmwasserversorgung erfolgt fast ausschließlich regenerativ über eine Holz-Pelletheizung und eine Solaranlage (heizungsunterstützend). Eine Photovotaikanlage ist 2005 installiert worden. Nutzung von Regenwasser (sämtliche WC-Spülungen, Waschmaschine und Garten­wasser). Einbau einer Abluftanlage; die Zuführung der Frischluft erfolgt dezentral über thermoelementgesteuerte Ventile in den Fensterrahmen.
Die sommerliche Beschattung des Gebäudes erfolgt über heimische Laub­bäume, die wartungsfrei und kostengünstig sind. Die Kosten für große Bäume lagen weit unter denen der Beschattungssysteme.

Baukosten
Die Baukosten betrugen inklusive sämtlicher Planungskosten, Sanitärausstattung, Aus­sen­anlagen und Fussböden 1186,00 Euro/m² Wohn/Nutzfläche zuzüglich der ge­schätzten Eigenleistung von etwa 130 Euro/m².

 

Haus21 - Holzhaus in Piding

Holzhaus Piding - Haus21 im August 2002
Holzhaus Piding - Haus21 in der Morgensonne (2002)
Holzhaus Piding - Haus21 - Werkplanung
Holzhaus Pidng - Plandetail Decke
Holzhaus Piding - Plandetail Fenster